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Die öffentliche Rede Jesu vor großem Publikum als so genannte Bergpredigt
D I E B E R G P R E D I G T
Eine Erläuterung des Sinngehalts der Thesen in der Bergpredigt Jesu / von Agnus D. / anno domini 2008
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Die Predigt mit Exegese
Die Ansprache Jesu lässt sich thematisch wie nachstehend vorgenommen in 14 Abschnitte unterteilen. Nachfolgend werden wir zu jedem dieser Abschnitte gesondert Stellung nehmen, sowie am Schluss unserer Betrachtungen in einem zusammenfassenden Fazit das Wesentliche noch einmal herausheben.
Matthaeus Kapitel 5 - 7
Und es folgte Jesus eine große Volksmenge nach aus Galiläa und aus dem Gebiet der Zehn-Städte und aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan. Als er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg; und als er sich setzte, traten seine Jünger zu ihm. Und Jesus tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
1.
Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich! Selig sind die Trauernden; denn sie sollen getröstet werden! Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben! Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie sollen satt werden! Selig sind auch die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen! Selig sind, welche reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen! Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen! Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich! Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch allerlei Arges wider euch reden um meinetwillen! Freuet euch und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn also haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind. Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als dass es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten werde.
Bei diesen so genannten Seligsprechungen fragen wir uns zunächst einmal, was eigentlich unter selig zu verstehen ist. Selig im Sinne von glücklich, oder aber eher von höchst selbstzufrieden? Wir können aber auch beides annehmen, da der Unterschiedsgrad in der weiteren Definition ohnehin sehr gering sein dürfte. Eines scheint bei "selig" sehr sicher zu sein, dass es sich um positivstes Selbstempfinden handelt, als direkte Folge einer erlangten Selbsterfüllung. Dass man jene von Jesus genannten Seligkeiten nicht dadurch erreicht, dass man sich etwa geistlich arm zu machen hat, oder aber zum Trauernden werden muss, ist jedem klar, denn dabei handelt es sich ja um nichts Erstrebenswertes. Ein wenig anders sieht es bei der Barmherzigkeit und dem reinen Herzen aus. Das sind positive Charaktereigenschaften die auf die Person auch wieder entsprechend rückwirken.
2.
Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, so leuchtet es allen, die im Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder aber die Propheten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch, bis dass Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute also lehrt, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich, wer sie aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Himmelreich eingehen! Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht töten»; wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! der wird dem höllischen Feuer verfallen sein. Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und daselbst eingedenk wirst, dass dein Bruder etwas wider dich habe, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei deinem Widersacher geneigt, während du noch mit ihm auf dem Wege bist; damit er dich nicht etwa dem Richter überantworte, und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergebe, und du von diesem ins Gefängnis geworfen wirst. Wahrlich, ich sage dir, du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast!
Worum geht es in diesem Abschnitt? Da geht es erstens darum, dass man sich im Gebrauch seiner auf den Kontakt zum Herrn zielenden Spiritualität als Licht verwirklicht. Denn der universale Herr ist lichter Geist, und wer zum Herrn strebt, wird als Teil des Universums damit automatisch zum Licht geführt. Zweitens nennt Jesus einige Beispiele von widrigen Handlungsweisen, welche einem den Zugang zum geistigen Licht des Universums verbauen. Auch soll man im Kontakt mit anderen Menschen stets vorsichtig und freundlich sein, denn man weiß ja nie zu was diese verärgert in einer eventuellen Machtposition fähig sein können. Alsdann bleibt einem da nichts anderes übrig, als die Bestrafung hinzunehmen, und gegebenenfalls den bei ihnen angerichteten emotionalen Schaden wieder gut zu machen.
3.
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!» Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir. Denn es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verloren gehe, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde. Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir. Denn es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verloren gehe, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde. Es ist auch gesagt: «Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief.» Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene zur Ehe nimmt, der bricht die Ehe.
Richtig gefährlich wird es in diesem Abschnitt, wo es zunächst um zu beachtende Gebote und Verträge geht. Wer da in Versuchung gerät, sich nicht an einstige Abmachungen zu halten, der soll gegen sich selbst notfalls dann so radikal und rigoros vorgehen, dass ihm die Lust zu sündiger Untreue vergeht.
4.
Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten.» Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt. Ebenso sollst du nicht bei deinem Leben schwören; denn du vermagst kein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.
Unwahrhaftigkeit und Falschheit sind ein ernstes persönliches und auch gesellschaftliches Problem, das Jesus darum am Beispiel des Schwörens deutlich macht. Denn durch das Schwören wird die Falschaussage nicht wahrer, und der Meineid ist für alle Beteiligten ein Negativum. Am besten ist es, wenn überhaupt nicht geschworen wird, dann gibt es auch keinerlei Möglichkeit zum Meineid. Ohnehin ändert sich durch das Schwören rein gar nichts. Durch Schwören wird niemand glaubwürdiger, so dass es sich dabei lediglich um ein nichtig verzichtbares Ritual handelt, um Wahrheit zu erpressen. Dies weiß jeder, weswegen sich durch jemandes Schwören auch so gut wie niemand von seiner bereits schon vorausbestehenden Meinung abbringen lässt. Mit dem darüber hinaus gehenden Bösen, ist wohl das allgemein und immer zur Anwendung kommende Schönreden bzw. die Schönfärberei gemeint. Auch dieses kann nicht dem je eigenen spirituellen Fortschritt dienen, der grundsätzlich nur mit Selbstopferungen zu erkaufen ist.
5.
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: «Auge um Auge und Zahn um Zahn!» Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deinen rechten Backen schlägt, so biete ihm auch den andern dar; und wer mit dir rechten und deinen Rock nehmen will, dem lass auch den Mantel; und wenn dich jemand eine Meile weit zu gehen nötigt, so gehe mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!» Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; auf dass ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden ebenso? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist!
An diesen Forderungen tut sich ein jeder schwer. Was da abverlangt wird, scheint kaum vernünftig zu sein. Als ob - einmal überspitzt formuliert - ein Geisteskranker sich etwa durch Liebe und Geschenke von seinem Wahnsinnsplan abbringen ließe. Geschweige denn hierdurch ein Lustmörder auf seine Triebbefriedigung verzichten würde. Es geht dabei jedoch nicht um die Wirkung, die man mit seinem Liebesverhalten auf die Empfänger solcher Gaben ausübt, oder auch nicht. Sondern es geht einzig und allein um die Rückwirkung auf den Geber, bzw. auf einen selbst, als ein Teil des Universums, als jenes Ein und Alles. Also die Frage ist die, wo man sich im Alltag das Universum erhöhend hervortun kann. Das wird regelmäßig nur dort der Fall sein können, wo bei den Mitmenschen Defizite zu Tage treten, um sich dort mit seinen Liebesgaben für den Herrn des Alls zu qualifizieren. Mit solch selbstopfernden Erhöhungen des Universums kommt man automatisch demjenigen beständig näher, der das Universum in Person ist. Also doch kein uneigennütziges Liebesverhalten? Mit Sicherheit nicht! Dennoch ist das auf das Universum in Person zielende Selbstopfer nicht nur legitim, sondern wird sogar vom Herrn als erforderliche Qualifizierung - weg vom Nacktaffen hin zum "Menschen" - absolut verlangt.
6.
Habet acht, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Leuten übet, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber Almosen gibst, dann soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen sei. Und dein Vater, welcher ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie beten gern in den Synagogen und an den Straßenecken, um dort von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließ deine Türe zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, ehe ihr ihn bittet.
Diese Ansprache wendet sich gegen die unter den Leuten weit verbreitete Scheinheiligkeit, aus welcher man für sich selbst keinerlei spirituellen Nutzen ziehen kann. Wohl aber kann sich dabei ein materieller Nutzen einstellen, indem man damit z. B. andere beeindrucken, und sie so zu einer Vorteilsgewährung veranlassen kann. Dadurch wird aber die Scheinheiligkeit zur betrügerischen Manipulation, die dann in spiritueller Hinsicht sogar einen Rückschritt bedeutet. Die "öffentliche" Vergeltung Gottes meint eine Verbesserung im je persönlichen Schicksalsgefüge, das ja auch in die allgemeine Öffentlichkeit eingebunden ist.
7.
So sollt ihr nun also beten: Unser Vater, der du bist in dem Himmel! Geheiligt werde dein Name. Es komme dein Reich. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.] - Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, dann wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr jedoch den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben. Wenn ihr aber fastet, sollt ihr nicht finster dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, damit es von den Leuten bemerkt werde, dass sie fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit es nicht von den Leuten bemerkt werde, dass du fastest, sondern von deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.
Auch hier wird wieder vor der selbstbetrügerisch selbstgefährdenden Scheinheiligkeit gewarnt. Was man auch immer tut, man soll es möglichst ohne Öffentlichkeit im Hinblick auf die das Universum verkörpernde Person hin allein für diese tun. Nur bei solchem Selbstopfer gibt es als Lohn den je eigenen spirituellen Fortschritt mit einer Verbesserung im Schicksalsgefüge. Und ansonsten eben nicht.
8.
Ihr sollt auf Erden keine Schätze sammeln, wo die Motten und der Rost sie fressen, und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch besser Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen, und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Das Auge ist des Leibes Leuchte. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge verdorben ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
Mit diesen Sätzen erfolgt ein glasklarer Hinweis auf die stets im Auge zu habende und zu behaltende Spiritualität des Daseins. Der lichte Geist ist das beherrschend Primäre und kostbare Schatz, der darum sich seiner selbst bewusst zu werden hat, und sich dann selbst verwirklichend zu seinem universal lichten Ziel haben soll. Denn auch das Universum in vollendet menschlicher Person ist allumfassender Geist, genannt: "der HERR", unser allmächtiger Gott.
9.
Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Sehet die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie alle? Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Länge eine einzige Elle hinzusetzen? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet mal die Lilien des Feldes, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, dass auch Salomon in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie deren eine. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden; aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles bedürft. Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles hinzugelegt werden. Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den andern Morgen; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tage genügt seine eigene Plage!
Diese Verkündigung dreht sich um die Macht der geistigen Ausrichtung mit einer direkten Einflussnahme auf das je persönliche Schicksal. Konkret wird gesagt, dass Schicksal und Lebenslauf von der spirituellen Selbstverwirklichung abhängig sind, und diese Verwirklichung vom Willen und dem Glauben getragen ist. Wer da glaubt und sich spirituell mit konsequenter Wahrheits- und Selbstsuche voranbringt, dessen Leben und Schicksal wandelt sich lichter werdend zeitübergreifend unmerklich aber stetig zu immer weiterer Annäherung an das je persönliche Vollendungsziel, genannt Gott der Herr, das Universum in Person.
10.
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr messt, wird euch gemessen werden. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, - und siehe, der Balken ist in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge und dann siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest! Gebet das Heilige nicht den Hunden und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie dieselben nicht mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.
Alles bezieht sich auf einen selbst. Man ist hier sozusagen der Mittelpunkt seines eigenen Universums. Besser gesagt seines privaten Blickwinkels des immer einen und einzigen Universums. Jeder spiegelt die Welt auf seine Weise, und was er da spiegelt, bekommt er von sich selbst zurückgespiegelt. Denn bei universaler, alle Dimensionen erfassender Geistigkeit wird jeder andere Mitmensch ganz wirklich, aber eben dimensional dahinter verborgen, zum Spiegel eines jeden selbst, für die je eigene Abwicklung seines so vor sich selbst bei sich selbst zu verantwortenden Schicksals. Dies zu erkennen und danach zu handeln ist eine reife spirituelle Leistung, welche den "Menschen" vom nackten Affen unterscheidet, der seinen Weg zur Menschwerdung noch vor sich hat.
12.
Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. Oder ist unter euch ein Mensch, der, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gäbe, oder, wenn er um einen Fisch bittet, er ihm eine Schlange gäbe? Wenn nun ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten! - Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten. Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sind es, die da hineingehen. Aber die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!
An der Suche nach der Wahrheit und dem universalen Selbst hängt das Fortbestehen der je eigenen Existenz. Wer sich da wahrhaft auf den Weg vom nackten Affen hin zum Menschen macht, der bekommt vom universalen Selbst die dafür erforderliche Unterstützung und Hilfe angediehen. Wenn auch undurchsichtig und verborgen. Denn in Ewigkeit sind alle gerufen, doch wie sich zeigt wohl nur wenige berufen, und wie sich ebenfalls zeigt, können sich die wenigsten qualifizieren. Denn ein Selbstopfer nach dem anderen erbringen zu sollen und zu müssen, selektiert da im Höchstmaß, und ist deshalb am Schluss des Weges unüberbietbare existenziale Spitzenleistung "a la agnus dei".
13.
Hütet euch aber vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man etwa Trauben von Dornen, oder aber Feigen von Disteln? So bringt ein jeder gute Baum gute Früchte, der faule Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum sollt ihr sie an ihren Früchten erkennen.
Wenn man sich mal in den Schriften umsieht, wen da Jesus selbst im Fadenkreuz hatte, dann waren das die einstigen Schriftgelehrten und Pharisäer nebst dem jüdischen Klerus. Wenn die Aufgabe eines jeden einzelnen die je individuell zu bewerkstelligende spirituelle Wahrheits- und Selbst-Suche sein muss, dann wird jede Vereinnahmung der Sucher in das strenge Korsett einer Organisation der Suche ein wirksames Ende bereiten. Verspielt und verloren ist damit die Chance der je eigenen spirituellen Selbst- und Gottesverwirklichung, als verborgene aber dennoch erkennbare Frucht aller auf die Suchenden einwirkenden Glaubensorganisationen.
14.
Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter! Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, ist einem klugen Manne zu vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet. Und ein jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Manne gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, da fiel es, und sein Fall war groß.
Am Ende der Wahrheitssuche steht die universale Selbst-Erkenntnis als zugleich heiligende Gotteserkenntnis. Denn nur wer sich selbst erkennt, der erkennt darüber auch das Universum in Person, gemeinhin Gott genannt. Bei solchem Großereignis handelt es sich um eine reale Spiegelung des menschlichen aber schrankenlosen Geistes, in die wegen der Schrankenlosigkeit zugleich der Geist des Universums einbezogen ist. In der Spiegelung erkennt man auf seiner Seite, ebenso wie man auf der Gegenseite erkannt wird. Ohne diese die Wahrheits- und Gottessuche abschließende sowohl personale als auch universale Spiegelung gibt es kein Heil, kein Fortbestehen und kein ewiges Leben für jeden und alles ohne irgendwelche Rücksichten. Denn alle Existenz und alles Leben beruht einzig und allein auf Spiegelung bzw. lichter Reflexion als das universale Licht Gottes. Spiegelwerden zum Spiegelsein ist das im Leben bei einem Jeden einzig Zählende, und so auch der Kern aller Verkündigung Jesu. Einmal stattgefunden ist die Spiegelung wegen der schrankenlos raumzeitlosen Geistigkeit ewig beständig unauslöschlich wie das All selbst und seiner Verkörperung im HERRN, unserem Gott.
Und es begab sich, als Jesus diese Rede beendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre. Denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten. Als er aber von dem Berge herabstieg, folgte ihm eine große Volksmenge nach.
Fazit
Das werden die inspirationslosen religiösen Organisationen mit all ihren denkfaulen naiven Mitgliedern wohl niemals verstehen und akzeptieren, dass es keinerlei Gottesdienst außer der selbstopfernden Wahrheitssuche gibt und geben kann. Die Suche ist grundsätzlich nicht in Organisationen zu vermitteln, die sich deshalb nur als Hort des Evangeliums zu verstehen haben, und dann auch ohne irgendwelche Verfälschungen wie im Fall von Maria Himmelfahrt, oder der geradezu skandalösen Unfehlbarkeit des Papstes. Jeder wahre Christ ist im Namen Jesu aufgefordert entweder erst gar keiner glaubensverwaltenden Organisation beizutreten, oder aber im Interesse seiner selbst unverzüglich von dort Abstand zu nehmen. Gleiches galt schon mit eben jener Bergpredigt Jesu dem damaligen Volk der Juden, und seiner mosaischen Kirche. Denn nicht von ungefähr entsetzte sich alles Volk über die Rede Jesu. Ihnen allen war ja von ihm eindringlich vermittelt worden, was der Wille des ewigen Herrn ist, und was er auf dem Weg vom nackten Affen zum Menschen für notwendig erachtet. Ebenbildlichkeit Gottes ist Auftrag an jeden einzelnen die Urbildlichkeit unter allen dafür erforderlichen Selbstopfern anzustreben. Und zwar deswegen, weil der Herr exakt der Mensch ist, der diesen Weg für sich selbst vorvollzogen hat, als Vorbild und Verpflichtung für jeden der bei sich selbst mit der ausschließlich sich so definierenden Ebenbildlichkeit Gottes Ernst machen will.
Nichts ist umsonst, wie einem die Seelen sammelnden religiösen Organisationen weismachen wollen. Erst recht nicht beim Herrn, der für seine Person den Einsatz der Seele fordert, durch eine vollständige geistseelische Hingabe jedes Einzelnen an ihn direkt. Das schließt jegliche hilfesuchende Anlehnung an Organisationen aus. Denn so wie Jesus für seine Spiegelung des Universums sich in die Wüste begeben musste, um dort in aller Einsamkeit zu seinem Selbst und dem personalen Universum zu finden, so ist beispielgebend ein solches Ergebnis grundsätzlich und zu allen Zeiten nicht anders als in völliger Selbstbezogenheit der Abgeschiedenheit zu erreichen. Welt- und Selbstüberwindung wie sie die Apokalypse für die Teilnahme am Leben des Herrn fordert (Offb 2,7 / 2,11 / 2,17 / 2,26 / 3,5 / 3,12 / 3,21/ 21,7) funktioniert nicht anders, als in einer Art Wüste abgeschiedener Einsamkeit. Das kann auch eine Form von Klausur sein, welche an den individuellen Gegebenheiten ausgerichtet ist. Die völlige Einsamkeit ist schließlich auch inmitten einer tosenden Menschenmenge zu erleben. Entscheidend dafür ist allemal die innere Gemütsverfassung zusammen mit den je persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Anders gesagt, ist es der Allen innewohnende Genius, oder auch innere Seelengeleiter, dem man sich anvertrauen muss, und der einen - wenn man ihn denn nur lässt - sodann auf den einsamen Pfad hin zu Licht und Leben führt.
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Evangelienabgleich Himmelfahrt Leben und Tod
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